Zeit ist in die Jahre gekommene Zukunft

Die Premiere aller Theaterproduktionen der ARS fand am Mittwoch, 08.06.2016, in der neuen Stadthalle Langen statt. Zuvor hatten die Gäste die Gelegenheit, ausgewählte Kunstwerke von Schülerinnen und Schülern in einer Vernissage im Foyer zu begutachten. Diese wurde von Frau Dahmer und Frau Damm organisiert.

Aufgeregtes Tuscheln hinter der Bühne, im Zuschauerraum wird es dunkel und langsam still. Darstellerinnen und Darsteller mit bunten Poolnudeln marschieren in den Saal zu Musik und attestieren Sprache zum Thema Zeit. Der WPU-Kurs des Jahrgangs 5G (Frau Kusch) mit insgesamt 15 Darstellerinnen und Darstellern bot den Zuschauern Stück, in dem Diebe sich der Zeit der Menschen bemächtigen und ein herrschsüchtiger Morpheus alle Zeit der Welt an sich reißen wollte. Dabei wollte er ausgerechnet die letzte Minute im Leben eines Menschen haben, was sich als schwieriges Unterfangen darstellte. Seine eigenen Kinder und Mitarbeiter hinderten Morpheus am Gelingen dieses Plans.

Die AG der Jahrgänge 6 und 7 (Frau Tsikou, Herr Korsch) begann ihr Stück mit dem Ende – Jil versuchte verzweifelt, die Zeit wieder in Ordnung zu bringen. Durch einen Zusammenstoß mit dem Wächter der Zeit wurde ihr die Gabe verliehen, zeitliche Abfolgen zu ändern. Dies nutzte sie so aus, dass alles zu zerbrechen drohte, obwohl sie doch nur endlich auch einmal beliebt sein wollte. Nur nach einer aufregenden Suche durch diverse Zeiten, z. B. die 1920er und die 1960er Jahre, gelang es ihr zusammen mit dem Zeitwächter letztlich, die Welt vor dem Kollaps zu bewahren. Das Zentrum der Zeit ist in uns allen – wir fahren Regie aber unsere Zeit.

Du kannst die Zeit nicht zurückdrehen “ war eine Aussage, die vom Kurs des Jahrgangs 8 (Frau Beusch) chorisch und dadurch sehr intensiv vorgetragen wurde. Die Kooperation der Erich-Kästner-Schule mit der Adolf-Reichwein-Schule zeigte auf, dass immer mehr Menschen ihre Zeit damit verbringen, Dinge zu tun, die sie nicht mögen. Ob Karamell, Medikamente nehmen oder ähnliches oder warum sich noch in die Augen schauen, wenn ich doch alles im Smartphone finde? Wie verbringe ich eigentlich meine Zeit, die doch begrenzt ist? Das war die Frage, die allen Zuschauern bei der Sichtung dieser Präsentation indirekt gestellt wurde.

Ganz alleine ging Niels Schmidt auf die Bühne. In einer außergewöhnlichen Performance zeigte er den Erlenkönig und erntete viele Lacher. Mit viel Applaus und jeweils einem Gutschein zum Eisessen wurden alle Darstellerinnen und Darsteller belohnt. Wir bedanken uns nochmals ganz herzlich für die Unterstätzung durch die Techniker der Neuen Stadthalle Langen!