Am 31.05.23 hatten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 10bR, die Gelegenheit, das Landesgericht Darmstadt zu besuchen.
Dieser Besuch bot uns eine einzigartige Gelegenheit, Einblicke in das Rechtssystem und den Ablauf von Gerichtsverhandlungen zu gewinnen. Unter der Leitung unseres Lehrers Herr Köppen begaben wir uns auf einen spannenden Besuch, die unsere Kenntnisse über das Justizsystem vertiefte und uns die Möglichkeit gab, den Prozess live zu erleben.
Während unseres Besuchs im Landesgericht Darmstadt wurden zwei Fälle verhandelt.
Anwesende waren: Ein Richter, die Staatsanwaltschaft, der Verteidiger, die Angeklagten, ein Protokollant, Zeugen, das Opfer und Polizeibeamte. Die Fälle haben sich so ereignet das Herr Schmitt angeklagt wurde laut §114 Absatz 2; 3, §113 Absatz 1 sowie §154 Abschnitt-a, weil er sich der Festnahme durch die Polizei widersetzt hat. Folgendes ist passiert: Beim Einkaufen legte Herr Schmitt seinen Einkauf aufs Band, ging währenddessen kurz zur Mülltonne, wodurch der Piep Alarm ausgelöst wurde. Als er zurück zu seinen Einkäufen ans Band kommt, verlangt die Verkäuferin, da er den Piep Alarm ausgelöst hatte, seinen Rucksack vorzuzeigen, um ihn kontrollieren zu lassen. Das hat Herr Schmitt verweigert, woraufhin die Polizei hinzu gerufen wurde. In der Zwischenzeit versuchte die Verkäuferin zusammen mit einem Kollegen Herrn Schmitt in einen Aufenthaltsraum zu bringen, bis zum Eintreffen der Polizei. Beim Eintreffen der Polizei hat Herr Schmitt sich geweigert, festgenommen zu werden und “Hat gefuchtelt und geschlagen mit voller Kraft”. Der Polizeikommissar Herr Hahn sagte: "Er wolle sich nicht ausweisen.” Da Herr Schmitt nicht vorangeklagt bzw. vorbestraft ist, wurde die Strafe abgewiesen, wegen zu wenig Beweisen und weil nichts gestohlen wurde.
Im zweiten Fall wird gemäß §32 Absatz 1 ein Fall von Notwehr behandelt.
In diesem Fall lautet die Vorgeschichte wie folgt: Nachdem der Angeklagte Herr Kulum viermal den Notruf wählte, ohne einen richtigen Notruf zu haben, kamen sieben Polizisten zu seiner Wohnung, um zu klären, ob es doch einen Notfall gäbe.
Vor Ort stellten die Polizisten fest, dass er mit 1,8 Promille betrunken war. Nachdem er sich weigerte, seine brennende Zigarette zu löschen, schlug eine Polizisten diese aus seiner Hand. Herr Kulum behauptet, er wurde dabei verletzt und hat alle Verletzungen abgemessen und davon Fotos gemacht als Beweis, außerdem sagt er, dass er danach einen Monat lang im Bett lag. Herr Kulum berichtet, er habe die Polizei freiwillig in seine Wohnung gelassen, diese hätten ihn jedoch aggressiv angegangen.
Nach dieser Aussage wurde der Gerichtstermin abgebrochen, da man den Angeklagten zu schlecht verstehen konnte. Der nächste Termin soll mit Dolmetscher stattfinden.
Im Anschluss haben wir die Gerichtszellen besuchen dürfen, die sich im Gerichtsgebäude im Keller befinden. Von über zwanzig Zellen war eine belegt.
Daraufhin besuchten wir das Alte Landesgericht, wo wir verschiedene Berufe im Bereich der Justiz vorgestellt bekommen haben wie zum Beispiel Der Beruf des Rechtspflegers. Er ist ein eng mit dem Justizsystem verbundener Beruf. Rechtspfleger arbeiten in Gerichtsabteilungen wie Amtsgerichten, Landgerichten oder Staatsanwaltschaften. Sie verwalten Gerichtsakten, überprüfen Anträge, bereiten Gerichtsverhandlungen vor, protokollieren Verhandlungen und setzen gerichtliche Entscheidungen um. Rechtspfleger benötigen umfangreiches juristisches Wissen und arbeiten eng mit Richtern, Anwälten und anderen Justizangehörigen zusammen, um einen reibungslosen Ablauf von Gerichtsverfahren sicherzustellen. Außerdem ist man sein eigener Chef, das heißt man bekommt keine Anweisungen von einem vorgesetzten, dabei löst man oft viele spannende Fälle.