Adolf-Reichwein-Schule Langen (Hessen) • Kreis Offenbach

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Neues aus dem Schulleben

Projekt Wandmalerei am Schuleingang

Die malerische Gestaltung der Eingangswand des Schulgebäudes war das Ziel unserer Arbeitsgruppe.

Die erste Aufgabe bestand darin, Ideen zu sammeln und sich auf einen gemeinsamen Entwurf zu einigen. Die Projektteilnehmerinnen brachten eine Fülle von Ideen hervor, die sich jedoch schwierig in einem einzigen Bild zusammenfassen ließen.Da sich im Verlauf unserer Gespräche immer wieder der Wunsch der Schülerinnen nach Selbstdarstellung abzeichnete, kam mir die Idee, wie sich die Fülle von Gestaltungswünschen zusammenfassen lassen konnten.Ich schlug vor, die Umrisse der teilnehmenden Personen auf die Wand zu übertragen, wobei jede Schülerin ihre Silhouette individuell ausgestalten könne. Dieser Vorschlag wurde von allen begeistert angenommen.

Der erste Arbeitsschritt bestand darin, dass ich Fotos von den Teilnehmerinnen anfertigte. Die Aufnahmen erfolgten direkt vor der zu gestaltenden Wand, wobei wir uns bereits über die Anordnung der Figuren Gedanken machen mussten. Da wir eine Digitalkamera zur Verfügung hatten war es uns möglich, die Fotos sofort anzuschauen und Änderungen in der Positionierung vorzunehmen.

Die ausgewählten Darstellungen wurden ausgedruckt, vergrößert und auf Folien kopiert. Diese projizierten wir dann in der erforderlichen Größe auf Kartons, aus denen wir Schablonen anfertigten. Die Umrisse der Figuren konnten somit einfach auf die Außenwand der Schule übertragen werden.

Da einige der Teilnehmerinnen eine Vorliebe für den surrealistischen Maler Salvador Dali haben, der viele seiner Motive in einer klar und einfach angelegten Wüstenlandschaft auftreten lässt, beschlossen wir den Bildhintergrund in diesem Stil anzulegen. Zunächst zeichneten wir den Bildrahmen und die Horizontlinie ein. Der nächste Arbeitsschritt war das Ausmalen der so gewonnenen zwei Flächen. Auf diese Weise entstand einer blauer Bildraum für den Himmel und ein ockerfarbener Bildraum für die Wüstenlandschaft. Aber diese beiden Flächen erzeugten natürlich noch keinen räumlichen Eindruck. Dieser entstand erst durch das Einfügen feiner Farbverläufe.

Auf diese Landschaft übertrugen wir dann die Umrisse unserer Schablonen.

Die Ausgestaltung des Innenraums der Figuren war den Teilnehmerinnen freigestellt. Die einzige Übereinkunft war diese, einen lebendigen Gegensatz zur ruhigen und unbelebten Wüstenlandschaft herzustellen.

Dies ist den Schülerinnen auch auf beeindruckende Weise gelungen. Die Figuren spiegeln in ihrer individuellen Gestaltung nicht nur die Vielfalt des Lebens, sondern bringen durch ihre farbenfrohe Ausgestaltung auch jede Menge Lebensfreude zum Ausdruck. Dieser Arbeitsschritt machte allen Projektteilnehmerinnen am meisten Freude, da sie hier den Raum hatten, sich kreativ zu entfalten und auszudrücken. Die Arbeitsatmosphäre in dieser Phase war sehr ruhig und konzentriert.

Die Schülerinnen setzten sich im Rahmen dieser Arbeitsgemeinschaft nicht nur mit neuen Maltechniken auseinander und erweiterten so ihr malerisches Können, sondern sie machten auch eine intensive ästhetische Erfahrung. Sie gingen ganz und gar in der Tätigkeit des Malens auf und verloren dabei jegliches Zeitgefühl. Pausen wurden durchgearbeitet und wenn der Arbeitstag zu Ende ging, äußerte sich Enttäuschung und der Wunsch, doch weiter malen zu dürfen.

Somit war das Projekt in zweierlei Hinsicht sehr erfolgreich. Auf der einen Seite steht die individuelle Erfahrung der Teilnehmerinnen und auf der anderen Seite das bildnerische Resultat, das zur Verschönerung der Schule beiträgt und auch den Schulalltag der Nichtbeteiligten auflockern mag.

S. Rosenow