Neue Erfahrungen, spannende Einblicke in die Arbeitswelt, lustige Sprachpannen und jede Menge spanische Lebensfreude: Vom 19. bis zum 30. Oktober 2026 tauschten Schülerinnen und Schüler der Adolf-Reichwein-Schule Langen das Klassenzimmer gegen echte Arbeitsplätze im sonnigen Südspanien.
Was passiert, wenn man plötzlich in einem spanischen Betrieb arbeitet, obwohl man die Sprache noch nicht perfekt beherrscht? Wie unterscheidet sich der Arbeitsalltag in Spanien von dem in Deutschland? Und was erlebt man, wenn man zwei Wochen lang eine völlig neue Kultur kennenlernt?
Genau das durften die Schülerinnen und Schüler der Klassen 9bG, 9cG, 9dG, 9cR, 9aR und 8cR herausfinden. Für zwei Wochen ging es mit dem Flugzeug nach Andalusien, genauer gesagt nach Torrecampo. Dort warteten nicht nur neue Arbeitsplätze und ungewohnte Aufgaben, sondern auch zahlreiche Begegnungen, spannende Ausflüge und unvergessliche Erlebnisse.
Arbeiten statt Unterricht – Einblicke in die spanische Berufswelt
Im Mittelpunkt der Reise stand natürlich das Betriebspraktikum. Die Jugendlichen wurden auf verschiedene Betriebe verteilt und konnten dort den spanischen Arbeitsalltag hautnah kennenlernen. Dabei wurde schnell deutlich: Jeder Arbeitsplatz hatte seine eigenen Herausforderungen und besonderen Erlebnisse.
Zwischen Fürsorge und Teamarbeit im Altenheim
Drei Schülerinnen absolvierten ihren Praktikum in einem Altenheim in Torrecampo. Dort unterstützten sie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei verschiedenen alltäglichen Aufgaben. Sie machten Betten, halfen in der Küche und unterstützten beim Füttern der Bewohnerinnen und Bewohner. Dabei lernten sie, wie wichtig Geduld, Aufmerksamkeit und ein freundlicher Umgang mit Menschen sind.
Deren wichtigster Tipp für den ersten Arbeitstag ohne perfekte Spanischkenntnisse? Ein Lächeln! Denn manchmal braucht es gar nicht viele Worte, um sich verständigen zu können.
Frische Backwaren und neue Erfahrungen in der Bäckerei
Auch in einer Bäckerei in Torrecampo wurde fleißig gearbeitet. Eine Praktikantin durfte selbst backen und beim Reinigen der Bäckerei helfen. Besonders positiv fiel ihr die Freundlichkeit der spanischen Mitarbeiter auf. Diese gaben sich große Mühe, sie zu verstehen, und machten ihr den Einstieg dadurch deutlich leichter.
Doch natürlich lief nicht immer alles glatt: Besonders lustig wurde es, als sie vergessen hatte, wie man „Mittwoch“ auf Spanisch sagt. Stattdessen sagte sie versehentlich etwas völlig anderes – was genau, weiß sie bis heute nicht!
Ein Klassenzimmer in Spanien – mittendrin statt nur dabei
Eine weitere Schülerin durfte in Pozoblanco an einer Schule mitarbeiten und für kurze Zeit in die Rolle einer Lehrerin schlüpfen. Sie unterstützte die Lehrkräfte im Unterricht und organisierte gemeinsam mit älteren Schülerinnen und Schülern Spiele für die jüngeren Kinder.
Dabei entdeckte sie einige interessante Unterschiede zum deutschen Schulalltag. Eine Unterrichtsstunde dauert dort beispielsweise 60 statt 45 Minuten. Außerdem beteiligen sich die Schülerinnen und Schüler teilweise sehr spontan am Unterricht, indem sie einfach dazwischenreden. Die Lehrkräfte sehen das offenbar nicht unbedingt als Störung, sondern als aktive Mitarbeit.
Auch die Pausen sind anders organisiert: Statt einer klassischen Mittagspause gibt es längere Pausen von jeweils etwa 30 Minuten.
Andere Länder, andere Arbeitsweisen?
Natürlich wollten wir auch wissen, worin sich die spanische Arbeitswelt von der deutschen unterscheidet.
Die Antworten fielen unterschiedlich aus. Eine Praktikantin beschrieb den Arbeitsalltag in ihrem Betrieb als deutlich lockerer und weniger streng organisiert. Außerdem werde sich mehr Zeit für Pausen und längere Gespräche genommen.
Eine andere Schülerin berichtete dagegen von pünktlichen Abläufen und längeren Unterrichtsstunden an ihrer Praktikumsschule.
Eines wurde dabei deutlich: Jeder Betrieb hat seine eigenen Gewohnheiten. Gerade diese Unterschiede machten das Praktikum besonders interessant, denn die Jugendlichen konnten Arbeitsweisen kennenlernen, die sie aus Deutschland so vielleicht nicht kannten.
Wenn die Sprache zur Herausforderung wird …
Eine der größten Fragen vor der Reise war sicherlich: Wie soll man sich eigentlich verständigen, wenn das Spanisch noch nicht perfekt ist?
Die Erfahrungen der Praktikantinnen und Praktikanten zeigten, dass man davor keine große Angst haben muss. Die Menschen vor Ort waren freundlich und bemühten sich, die Jugendlichen zu verstehen. Auch Englisch konnte teilweise weiterhelfen. Und je mehr man im Alltag Spanisch sprach, desto sicherer wurde man.
Natürlich entstanden dabei auch einige lustige Situationen.
Eine Schülerin erzählte beispielsweise von ihrem wohl peinlichsten Erlebnis: Sie war gemeinsam mit anderen auf der Toilette, konnte diese aber zunächst nicht verlassen, weil direkt vor dem Ausgang gerade eine Bewohnerin versorgt wurde. Ein ziemlich unerwarteter Moment, den sie so schnell vermutlich nicht vergessen wird!
Und welches spanische Wort sollte man unbedingt mit nach Hause nehmen?
Die Antwort einer Praktikantin lautete: „Vale!“
Das bedeutet so viel wie „Okay“ oder „In Ordnung“ und ist im spanischen Alltag sehr praktisch.
Málaga, Córdoba und jede Menge Freizeit
Doch das Spanienpraktikum bestand natürlich nicht nur aus Arbeit. Neben den Erfahrungen in den Betrieben blieb auch genügend Zeit, um gemeinsam mit der Gruppe die Umgebung zu entdecken und die spanische Kultur kennenzulernen.
Ein besonderes Highlight war der Ausflug nach Málaga. Dort ging es zunächst an den Strand, wo die Schülerinnen und Schüler die besondere Atmosphäre der Küstenstadt genießen konnten. Anschließend stand eine etwa einstündige Bootsfahrt auf dem Programm. Vom Wasser aus bot sich eine ganz andere Perspektive auf die Küste und die Stadt.
Auch Córdoba durfte auf der Reise nicht fehlen. Dort besuchte die Gruppe die berühmte Mezquita de Córdoba und ein Museum. Die beeindruckende Architektur und die besondere Geschichte der Stadt machten den Ausflug zu einem weiteren Höhepunkt der Reise.
Aber auch in Torrecampo selbst gab es einiges zu entdecken. In ihrer Freizeit konnten die Jugendlichen durch das Dorf laufen, die Umgebung erkunden, entspannen und gemeinsam Zeit verbringen. Gerade diese gemeinsamen Stunden sorgten dafür, dass die Gruppe noch enger zusammenwuchs.
Mehr als nur ein Praktikum – Erfahrungen fürs Leben
Zwei Wochen im Ausland können viel verändern. Man lernt nicht nur einen Beruf kennen, sondern wird auch selbstständiger, offener und mutiger. Besonders die Begegnungen mit Menschen aus einer anderen Kultur und die tägliche Anwendung der spanischen Sprache machten diese Reise zu einer besonderen Erfahrung.
Auf die Frage, warum jeder ARS-Schüler die Chance nutzen sollte, ein Praktikum in Spanien zu absolvieren, waren sich die Befragten ziemlich einig:
Es ist eine einmalige Gelegenheit, eine andere Kultur kennenzulernen, neue Freundschaften zu schließen und Erinnerungen zu sammeln, die man so schnell nicht vergisst. Eine Praktikantin beschrieb die Menschen vor Ort als besonders nett und die gesamte Erfahrung als sogar noch besser als in Deutschland.
Eine andere Schülerin betonte, dass man unglaublich viel Neues erlebt und am Ende mit zahlreichen Erinnerungen nach Hause fährt.
Zwei Wochen, verschiedene Arbeitsplätze, eine neue Kultur und unzählige gemeinsame Erlebnisse: Das Spanienpraktikum 2026 hat gezeigt, dass Lernen nicht nur im Klassenzimmer stattfindet. Manchmal muss man einfach ins Flugzeug steigen, seine Komfortzone verlassen und sich auf etwas Neues einlassen.
Und wer weiß – vielleicht heißt es für einige der Teilnehmenden schon bald wieder: ¡Hasta luego, España!